Eine Frau dachte, ihr jugendlicher Sohn kümmere sich jeden Tag nur um die Blumen im Hof – doch der Hund der Nachbarn deckte auf, was wirklich in ihrem Garten versteckt war
Svetlana war immer stolz auf ihren Sohn Igor. Mit sechzehn Jahren war er ein zurückhaltender, aber ruhiger Junge: Er brachte durchschnittliche Noten nach Hause, hatte nur wenige Freunde, behandelte seine Mutter jedoch stets respektvoll. In den letzten Monaten fiel ihr auf, dass Igor ein neues Hobby entwickelt hatte – den Garten.

Jeden Tag nach der Schule ging Igor in den Hof und begann, die Erde umzugraben. Anfangs dachte Svetlana, es sei nur eine vorübergehende Phase. Doch eines Tages fragte sie:
— Sohn, was machst du da?
— Ach, nur so… ich will Blumen züchten, — murmelte er, ohne sie anzusehen.
Svetlanas Herz machte einen Freudensprung. „Da ist es also, das echte Erwachsenwerden“, dachte sie. „Lieber züchtet er Blumen, als auf der Straße mit fragwürdigen Leuten abzuhängen.“
Sie kaufte sogar Samen für Petunien und Studentenblumen, doch Igor zeigte kein Interesse daran. Tag für Tag grub er dasselbe Beet um, manchmal früh am Morgen, manchmal spät am Abend.
Svetlana bewunderte seinen Eifer, machte sich aber auch Sorgen, dass er die Schule vernachlässigte.
Eines Abends ging die Nachbarin mit ihrem Hund spazieren – ein großer Dobermann namens Rex. Der Hund war normalerweise ruhig, doch an diesem Tag spannte er plötzlich an, riss an der Leine und stürmte auf ihren Hof zu.

Die Nachbarin kam kaum hinterher. Rex blieb bei einem frisch umgegrabenen Beet stehen, begann heftig zu bellen, mit den Pfoten zu scharren und fing dann hektisch an zu graben.
Svetlana dachte, ihr Sohn kümmere sich nur um die Blumen – doch Rex deckte auf, was tatsächlich im Garten versteckt war.
— Hör auf! — rief Svetlana, als sie aus dem Haus stürmte. — Hier zieht mein Sohn die Blumen!
Doch der Hund schien außer Kontrolle. Die Erde flog in alle Richtungen, bis plötzlich etwas Schreckliches aus der lockeren Erde hervorstach
Es war die Ecke eines Plastikbeutels. Die Nachbarin bückte sich, zog ihn aus der Erde und blieb wie angewurzelt stehen. Svetlana sah hinein – kleine Bündel mit weißem Pulver.
Die Knie der Frau wurden weich.
— Das ist… was ich denke? — brachte sie kaum heraus.
Der Nachbar wurde blass, nickte aber:
— Sieht nach verbotenen Substanzen aus.
In diesem Moment erschien Igor auf der Veranda. Sein Gesicht war blass wie ein Geist, seine Augen huschten nervös hin und her.
— Mama, das ist nicht das, was du denkst… — begann er, doch seine Stimme zitterte.

Svetlana stürzte auf ihn zu:
— Was soll das heißen?! Du hast das in unserem Hof vergraben?!
Igor wich zurück und murmelte leise:
— Ein Typ aus der Clique hat mir gesagt, ich soll es einfach verstecken. Man kriegt Geld… Ich wusste nicht, was drin ist!
Der Nachbar schüttelte den Kopf:
— Das ist eine alte Masche, Junge. Solche wie du werden ausgenutzt. Aber die Verantwortung liegt trotzdem bei dir.
