Ich kam früher als geplant von meiner Reise zurück. Ich wollte meinen Mann überraschen – also versteckte ich mich unter dem Bett. Doch als ich sein Telefongespräch belauschte, war ich entsetzt.
Ich war fast eine Woche auf Geschäftsreise gewesen und hatte ihn sehr vermisst. Wir telefonierten täglich, aber in den letzten Tagen klang seine Stimme irgendwie kalt und distanziert. Ich schob es auf Stress und Müdigkeit. Als mein Chef mir überraschend drei Tage früher frei gab, beschloss ich, meinen Mann zu überraschen – ohne ihn vorher zu informieren.

Ich öffnete die Tür mit meinem Schlüssel, trat leise ein und versuchte, keinen Lärm zu machen. Im Flur war alles ordentlich, auf dem Tisch stand eine halbleere Kaffeetasse.
Ich stellte meinen Koffer hinter das Sofa, damit er ihn nicht bemerkte, und schlich mich lächelnd ins Schlafzimmer. Ich wollte, dass der Moment perfekt wird – er würde hereinkommen, ich würde unter dem Bett hervorspringen und „Überraschung!“ rufen.
Ich kroch unter das Bett, machte es mir bequem und unterdrückte mein Lachen über die kindische Idee. Nach ein paar Minuten hörte ich, wie die Eingangstür quietschte. Mein Herz machte einen Freudensprung – er war zurück. Seine Schritte kamen näher. Ich wollte gerade hervorkommen, als ich hörte, wie er mit jemandem telefonierte.
„Nein, sie ist noch nicht da. Sie kommt erst in drei Tagen zurück. Was wolltest du?“ – sagte er ruhig, fast gefühllos.
Ich erstarrte. Seine Stimme klang kühl, bestimmt, als würde er etwas Wichtiges besprechen. Ich wagte kaum zu atmen.
„Ja, ich habe es schon so gemacht, wie du gesagt hast“, fuhr er fort.

Mein Herz begann schneller zu schlagen. Was hatte er gemacht? Mit wem sprach er? Dann fiel der Satz, bei dem mir der Atem stockte:
„Morgen machen wir die Versicherung auf ihren Namen. Es wird wie ein Unfall aussehen.“
Mein Herz blieb fast stehen. Er sprach über mich. Ich presste die Hand auf meinen Mund, um keinen Laut von mir zu geben. Mein ganzer Körper war eiskalt.
„Hauptsache, niemand schöpft Verdacht“, fügte er ruhig hinzu. „In ein paar Tagen ist alles erledigt.“
Ich sah seine Schuhe neben dem Bett. Er stand nur einen halben Meter von mir entfernt – und sprach eiskalt darüber, wie er mich loswerden wollte.
Als er das Zimmer verließ, kroch ich zitternd unter dem Bett hervor, schnappte mir mein Handy und meine Tasche. Barfuß rannte ich hinaus, ohne die Tür zu schließen.

Zwei Stunden später saß ich immer noch zitternd auf der Polizeiwache. Und am Abend, als er nach Hause kam, warteten sie bereits auf ihn.
