In letzter Zeit verhielt sich mein fünfjähriger Sohn sehr merkwürdig. Er war nervös, zuckte bei jedem Geräusch zusammen – besonders nachts. Ich schob es auf sein Alter: vielleicht eine Phase, vielleicht übertriebene Fantasie, vielleicht einfach Sensibilität. So etwas kommt bei Kindern vor.
Doch es wurde mit jedem Tag schlimmer. Immer wieder wachte er nachts schreiend auf, rannte weinend in unser Schlafzimmer und wiederholte immer wieder dieselben Worte:

Mein Sohn hörte seltsame Geräusche hinter dem Spiegel in seinem Zimmer – aber wir glaubten ihm nicht. Bis wir eines Tages selbst nachschauten … und etwas Schreckliches entdeckten.
„Ich höre sie … sie flüstern … da ist jemand …“
Zuerst machten mein Mann und ich Witze darüber. Dann begannen wir, ihn einfach nur zu beruhigen. Ich nahm ihn in den Arm, streichelte ihm über den Kopf und sagte:
„Das war nur ein Traum, mein Schatz. Da ist niemand. Wir haben doch alles kontrolliert.“
Mehrmals schauten wir – um seines Seelenfriedens willen – das ganze Zimmer gründlich durch: unter dem Bett, im Schrank, hinter den Vorhängen – und natürlich auch hinter dem großen Spiegel, der an der Wand hing. Nichts.
Doch gestern änderte sich alles.

Mein Mann und ich saßen abends im Wohnzimmer und schauten einen Film. Es war ruhig und friedlich. Plötzlich stürmte unser Sohn herein – völlig aufgelöst, tränenüberströmt, das Gesicht verzerrt vor Angst, die Lippen zitternd. Und er schrie:
„Er ist zurück! Er ist hinter dem Spiegel! Das Monster! Ich höre ihn!“
Mein Sohn hörte seltsame Geräusche hinter dem Spiegel in seinem Zimmer – aber wir glaubten ihm nicht. Bis wir eines Tages selbst nachschauten … und etwas Schreckliches entdeckten.
„Liebling“, setzte mein Mann an, „wir haben doch schon darüber gesprochen …“
„Bitte nehmt ihn weg! Er ist da! Ich höre, wie er zischt!“

Mein Mann seufzte schwer und stand auf. Ich folgte ihm. Im Kinderzimmer herrschte Stille. Unheimliche Stille. Nur eine angespannte Ruhe lag in der Luft.
„Da“, flüsterte unser Sohn und zeigte auf den Spiegel. „Er ist da …“
Wir traten näher. Hörten nichts. Doch für einen winzigen Moment hatte ich das Gefühl, der Spiegel hätte sich bewegt – kaum wahrnehmbar, wie bei einem Lufthauch. Plötzlich trat mein Mann vor, riss ohne Vorwarnung den Spiegel von der Wand –
Und wir beide schrien auf.
Mein Sohn hörte seltsame Geräusche hinter dem Spiegel in seinem Zimmer – aber wir glaubten ihm nicht. Bis wir eines Tages selbst nachschauten … und etwas Schreckliches entdeckten.
Hinter dem Spiegel, in der Lücke zwischen Wand und Gipskarton, wand sich eine riesige schwarze Schlange.
Ihre Schuppen raschelten leise über den Beton. Genau dieses Geräusch hatte unser Sohn die ganze Zeit gehört. Er hatte sich nichts ausgedacht. Er hatte es gespürt.

Wir riefen sofort den Notdienst. Spezialisten kamen und schafften es, das Tier aus der Wand zu befreien. Es stellte sich heraus, dass sie sich irgendwie vom Keller aus ihren Weg gebahnt hatte und zwischen Wand und Verkleidung gelebt hatte – genau dort, wo der Spiegel hing.
Der Spiegel ist nun entfernt. Die Wand verschlossen. Und ich habe als Mutter eine wichtige Lektion gelernt:
Ich werde meinem Sohn immer glauben. Auch wenn er von Monstern spricht. Denn manchmal spüren Kinder Dinge, die Erwachsene einfach nicht sehen wollen.
