Während der Beerdigung, als der Sarg bereits ins Auto verladen werden sollte, tauchte plötzlich ein Pferd auf: Es ging langsam auf den Sarg zu, und das, was es dann tat, schockierte alle Anwesenden.
Es war ein weißes Pferd, außer Atem, mit Schlamm an den Flanken, aber die Augen voller Leben und Schmerz. Zuerst näherte es sich den Menschen, dann direkt dem Sarg. Was als Nächstes geschah, ließ alle starr vor Schock zurück.

Am Tag, an dem sein Besitzer starb, war das Pferd aus dem Stall ausgebrochen und weggelaufen. Niemand wusste, wohin. Die Angehörigen des Verstorbenen waren zu sehr mit den Vorbereitungen der Beerdigung beschäftigt, um nach ihm zu suchen.
Zwei Tage lang wurde das Tier nicht gesehen – es schien einfach verschwunden zu sein.
Doch das Pferd hatte den Verlust seines Besitzers gespürt. Sie waren fast zehn Jahre lang zusammen gewesen – er hatte es seit dem Fohlenalter aufgezogen, mit ihm gesprochen, als sei es ein Mensch, aus der Hand gefüttert und behandelt, wenn es krank war. Das Pferd kannte seine Stimme, seine Schritte und sogar seine Stimmung.
Und dann kam der Tag der Beerdigung. Die Menschen standen zusammen, weinten und erinnerten sich an den Verstorbenen. Genau in dem Moment, als mehrere Männer den Sarg hoben, um ihn auf den Leichenwagen zu laden, rannte das weiße Pferd aus dem Wald.

Es stoppte abrupt, wieherte laut, als wolle es den Weg einfordern. Die Menschen wichen instinktiv zurück. Mit sicheren Schritten ging das Pferd auf den Sarg zu, senkte den Kopf und tat dann etwas, das alle Anwesenden zutiefst erschütterte.
Es drückte seine Schnauze gegen den Deckel, schnaubte leise und schien zu schluchzen. Minutenlang herrschte absolute Stille – selbst der Wind schien innezuhalten.
Dann, als hätte es begriffen, dass der Besitzer nicht zurückkehren würde, stieß das Pferd einen tiefen, klagenden Laut aus, ähnlich einem Stöhnen, und schlug mit dem Huf auf den Boden. Die Menschen konnten ihre Tränen nicht zurückhalten.
Als der Motor des Autos startete, wich das Pferd nicht zurück – es stellte sich direkt vor den Leichenwagen und verhinderte die Weiterfahrt.

Man musste warten, bis es von selbst ging. Doch selbst danach folgte es dem Wagen Schritt für Schritt, lief nebenher, versuchte, den Leichenwagen einzuholen, bis es schließlich erschöpft am Straßenrand zusammenbrach.
Später erzählte man, das Pferd habe noch lange an der Stelle gestanden, an der man es zuletzt gesehen hatte – ohne zu fressen, ohne sich zu bewegen, in die Ferne blickend, als würde es immer noch darauf warten, dass sein geliebter Besitzer seinen Namen ruft.
